Deutsche Unternehmen im Ausland blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft, wobei sich die Region Asien-Pazifik laut dem ÌÇÐÄlogo World Business Outlook (WBO) Herbst 2025 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) als eines der positivsten Geschäftsumfelder für Expansion herauskristallisiert.
Die auf Antworten von mehr als 3.500 Unternehmen in rund 90 Ländern basierende Umfrage zeigt, dass sich die Stimmung unter deutschen Unternehmen im Ausland nach den Störungen zu Beginn des Jahres durch die US-Zollpolitik verbessert hat. Laut der Erhebung erwarten 44 Prozent der im Ausland tätigen Unternehmen eine Verbesserung ihrer Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten, verglichen mit lediglich 15 Prozent im Inland.
„Internationale Märkte dienen für viele Unternehmen als stabilisierender Anker“, sagte Dr. Volker Treier, Leiter Außenwirtschaft und Mitglied der Hauptgeschäftsführung der DIHK. „Dort zeigen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit – auch wenn der Standort Deutschland derzeit wenig Unterstützung bietet.“
Indonesien spiegelt regionalen Optimismus wider
Innerhalb der Asien-Pazifik-Region zeigt auch Indonesien eine verbesserte Geschäftsstimmung unter deutschen Unternehmen.
Den Umfrageergebnissen zufolge melden deutsche Firmen in Indonesien eine aktuelle Geschäftslage mit einem Saldo von +26 sowie Geschäftserwartungen von +52 und zählen damit zu den optimistischeren Märkten der Region.
Im Vergleich zur Frühjahrsumfrage hat sich die Stimmung deutlich verbessert. Die Geschäftserwartungen stiegen von einem Saldo von 40 auf 52, während sich die Investitionspläne von zuvor negativen Werten im Laufe des Jahres auf einen positiven Saldo von 20 erhöhten.
Auch die Beschäftigungspläne bleiben positiv. Ein Saldo von 17 weist auf moderate Einstellungsabsichten hin.
Gleichzeitig sehen sich Unternehmen weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert. Wechselkursschwankungen und wirtschaftspolitische Unsicherheit zählen zu den am häufigsten genannten Risiken für Unternehmen in Indonesien, gefolgt von Sorgen über die Nachfrageentwicklung, Handelshemmnisse und Störungen in den Lieferketten.
Außerhalb der Asien-Pazifik-Region hebt sich auch der Nahe Osten und Nordafrika (MENA) als Region mit hoher Geschäftszuversicht hervor.
Dort erwarten 52 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage im kommenden Jahr, während lediglich sieben Prozent eine Verschlechterung prognostizieren – eines der stärksten Stimmungsbilder weltweit.
Auch die Investitionspläne sind entsprechend robust. Rund die Hälfte der in der Region tätigen Unternehmen plant, ihre Investitionen zu erhöhen – deutlich über dem globalen Durchschnitt.
Globaler Ausblick stabilisiert sich trotz Unsicherheiten
Mit Blick auf die Weltwirtschaft insgesamt bleibt der wirtschaftliche Ausblick gemischt, doch die Stimmung unter deutschen Unternehmen im Ausland hat sich gegenüber der Frühjahrsumfrage verbessert. Insgesamt erwarten 26 Prozent der Befragten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in ihren jeweiligen Märkten im kommenden Jahr, während 24 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen. Damit liegt der Erwartungssaldo wieder im positiven Bereich.
In Europa bleiben die wirtschaftlichen Erwartungen gedämpft. In der Eurozone erwarten lediglich 17 Prozent der Unternehmen eine wirtschaftliche Verbesserung, während 30 Prozent einen Rückgang prognostizieren. Dies spiegelt Sorgen über Wettbewerbsfähigkeit und anhaltende Handelsspannungen wider.
Auch in Nordamerika zeigt sich ein vorsichtiges Bild. Zwar haben sich die Erwartungen seit der Frühjahrsumfrage verbessert, doch berichten Unternehmen weiterhin von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik und sich verändernden Handelsrahmenbedingungen.
Vor diesem uneinheitlichen globalen Hintergrund hebt sich die Region Asien-Pazifik als vergleichsweise positiver Markt für deutsche Unternehmen im Ausland hervor.
Die wirtschaftlichen Erwartungen unter Unternehmen in Asien-Pazifik haben sich gegenüber der Frühjahrsumfrage deutlich verbessert. Fast ein Drittel der Befragten erwartet eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage in ihren Märkten in den kommenden zwölf Monaten, während lediglich 15 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Daraus ergibt sich ein positiver Saldo von +15 Punkten, der den zu Jahresbeginn noch negativen Ausblick umkehrt.
Die Geschäftserwartungen fallen sogar noch stärker aus. Rund die Hälfte der in der Region tätigen Unternehmen erwartet eine Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr, während nur neun Prozent mit einem Rückgang rechnen. Daraus ergibt sich ein Saldo von +41 Punkten.
Die aktuelle Geschäftslage bleibt trotz eines leichten Rückgangs gegenüber der Frühjahrsumfrage solide. 39 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Situation als gut, während 17 Prozent schlechte Bedingungen melden, was zu einem Saldo von +22 Punkten führt.
Auch die Investitionsstimmung bleibt positiv. 29 Prozent der Unternehmen in der Region planen, ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen, während 12 Prozent ihre Ausgaben reduzieren wollen.
Globale Risiken bleiben bestehen
Trotz des verbesserten Ausblicks sehen sich Unternehmen weiterhin mit einem herausfordernden globalen Geschäftsumfeld konfrontiert.
Wirtschaftspolitische Unsicherheit bleibt das am häufigsten genannte Risiko und wird weltweit von 48 Prozent der Unternehmen genannt. Eine schwache Nachfrage folgt mit 47 Prozent dicht dahinter, während Wechselkursschwankungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Handelspolitische Entwicklungen bleiben ein entscheidender Faktor für unternehmerische Entscheidungen. Laut der Umfrage berichten 44 Prozent der Unternehmen von negativen Auswirkungen der US-Handelspolitik auf ihre Auslandsgeschäfte, auch wenn dieser Anteil im Vergleich zur Frühjahrsumfrage zurückgegangen ist.
Treier betonte, dass das sich wandelnde globale Handelsumfeld eine strategische Reaktion Europas erfordert.
„Die Regeln des Welthandels werden neu geschrieben“, sagte er. „Wer keinen Marktzugang durch robuste Handelsabkommen sichert oder strukturell zu teuer bleibt, wird verlieren.“
Über den ÌÇÐÄlogo World Business Outlook
Der ÌÇÐÄlogo World Business Outlook (WBO) ist eine regelmäßige Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Zusammenarbeit mit den Auslandshandelskammern (ÌÇÐÄlogos). Für die Herbstumfrage 2025 wurden zwischen dem 29. September und dem 17. Oktober 2025 weltweit mehr als 3.500 Unternehmen befragt.