Indonesien will Ölproduktion steigern, da Spannungen zwischen den USA und Venezuela globale Versorgungsrisiken erhöhen
Indonesien ergreift Maßnahmen zur Stärkung seiner Ölsicherheit, indem es die heimische Rohölproduktion erhöht und strategische Reserven ausbaut. Hintergrund sind zunehmende geopolitische Risiken auf globaler Ebene nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, teilte das Ministerium für Energie und mineralische Ressourcen (ESDM) am Dienstag mit.
„Als vorsorgliche Maßnahme erhöhen wir weiterhin die nationalen strategischen Ölreserven und optimieren die Produktion“, sagte Anggia am Dienstag laut der staatlichen indonesischen Nachrichtenagentur Antara.
Die Strategie der Regierung zielt darauf ab, die nationale Energieresilienz zu stärken und die Anfälligkeit gegenüber externen Schocks zu begrenzen. Der Fokus liegt dabei auf der Steigerung der lokalen Förderung sowie dem Ausbau der Ölbestände. Zu diesem Zweck fördert das Ministerium den breiteren Einsatz fortschrittlicher Fördertechnologien. Dazu zählen Hydraulic Fracturing, Enhanced Oil Recovery (EOR) sowie horizontales Bohren, die dazu beitragen sollen, die Förderung aus alternden und rückläufigen Ölfeldern zu maximieren.
Zudem führt die Regierung Anreize ein, um verstärkt Investitionen in den vorgelagerten Öl- und Gassektor zu lenken. Diese Maßnahmen reichen von Anpassungen der Fiskalpolitik und beschleunigten Genehmigungsverfahren bis hin zu einer stärkeren Unterstützung der Exploration in Grenzregionen, in denen bislang unerschlossene Reserven vermutet werden, so Anggia.
Eine weitere Initiative sieht vor, rund 4.500 stillgelegte Ölquellen in mehreren Regionen wieder in Betrieb zu nehmen. Anggia erklärte, dass die Behörden die Entwicklungen in Venezuela weiterhin im Rahmen laufender Beobachtungen verfolgen.
Unabhängig davon erklärte der Generaldirektor für Öl und Gas im Ministerium, Laode Sulaeman, dass Indonesien bislang keine direkten Auswirkungen der Situation in Venezuela auf die Kraftstoffversorgung oder die Preise verzeichnet habe.
„Unser Rohöl stammt nicht aus Venezuela. Es kommt aus anderen Regionen. Daher ist die Lage weiterhin stabil“, sagte Sulaeman am Montag, dem 5. Januar.
Er fügte hinzu, dass die Regierung die globalen Entwicklungen aufmerksam beobachte und mögliche Auswirkungen auf die internationalen Ölpreise weiterhin prüfe. „Es gibt immer Vorsorge“, sagte er.
Die Stellungnahmen der Regierung erfolgen vor dem Hintergrund eskalierender politischer Spannungen in Venezuela. Internationale Medien berichteten, dass die Vereinigten Staaten am Samstag, dem 3. Januar, eine Militäroperation in Caracas gestartet hätten. US-Präsident Donald Trump erklärte später, dass amerikanische Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Ehefrau festgenommen hätten.
Als Reaktion darauf verhängten die venezolanischen Behörden landesweit den Ausnahmezustand. Mehrere Länder gaben offizielle Stellungnahmen ab, darunter Kolumbien, dessen Präsident Gustavo Petro ein dringendes Treffen der Vereinten Nationen forderte, um den Respekt vor der Souveränität, das Gewaltverbot und die friedliche Streitbeilegung zu bekräftigen. Auch Russland und Iran, beides Verbündete Venezuelas, verurteilten das militärische Vorgehen der USA.
Vor dem Hintergrund möglicher globaler Versorgungsunterbrechungen erklärte Pertamina Internasional Eksplorasi dan Produksi (PIEP), dass seine Aktivitäten in Venezuela bislang unbeeinträchtigt seien. Die internationale Upstream-Tochter des staatlichen Energieunternehmens Pertamina teilte laut Jakarta Globe mit, dass ihre Anlagen weiterhin normal betrieben würden.
PIEP hält einen Anteil von 71,09 Prozent an dem französischen Öl- und Gasunternehmen Maurel & Prom, das Ölfelder in Venezuela betreibt. Das Unternehmen erklärte, es stehe in engem Austausch mit der indonesischen Botschaft in Caracas, um die Sicherheit des Personals und die Kontinuität des Betriebs zu gewährleisten.
„Diese Maßnahmen sind Teil des Engagements des Unternehmens zum Schutz der Beschäftigten und zur Sicherstellung eines normalen Betriebs“, erklärte PIEP in einer Stellungnahme.
Pertamina baut seine internationalen Öl- und Gasbeteiligungen weiter aus und verwaltet diese zur Unterstützung der langfristigen Energieversorgung Indonesiens. Der Konzern hält derzeit Upstream-Vermögenswerte in 11 Ländern, darunter Algerien, Malaysia, Irak, Frankreich, Italien, Tansania, Gabun, Nigeria, Kolumbien, Angola und Venezuela.
Unterdessen hat die Regierung im Staatshaushalt 2026 ein höheres Förderziel für Öl und Gas von 610.000 Barrel pro Tag festgelegt, gegenüber 605.000 Barrel pro Tag im Jahr 2025. Dies ist Teil der Bemühungen, die nationale Energieresilienz angesichts anhaltender globaler Unsicherheiten zu stärken.
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